Allgemein · Bestrahlung · Positive Gedanken

Ina gegen Karl – Bestrahlung 12/15

Liebes Tagebuch, wir schreiben heute Freitag, den 17.11.2017 und Tag Nummer 12 meiner Bestrahlungstherapie. Somit noch 3 Tage Bestrahlung nach dem heutigen. Und da ich nun auch wieder Wochenende habe, fühle ich mich glatt richtig gut. Essen kann ich nach wie vor nichts. Warum auch. Meine Speiseröhre ist mitunter immer noch im Zentrum des Bestrahlungsfeldes. Kann also nicht besser werden.

Aber ich will es ja positiv sehen 🙂
Wie kann man dieses Gefühl eigentlich beschreiben…?
Ich würde sagen, dass man es etwas mit Sodbrennen vergleichen kann. So eine Mischung aus Halsschmerzen (z. B. bei einer Erkältung), wenn man nicht richtig schlucken kann und Sodbrennen eben. Das ganze halt nur etwas extremer, weil ich ja selbst bei einem Glas Wasser Mühe habe.
Es ist auch wie eine Art Stechen, was dann immer wieder kommt. Manchmal macht auch die Stimme nicht ganz mit. Das ist dann so, wie als hätte man einen Frosch im Hals.
Aber ich vermute mal stark, dass es ähnlich wie bei meinen Haaren ist. Sobald die Chemo rum wa, wuchs der Flaum. Und ich denke, dass sich das mit meinem Hals schnell verbessern wird, sobald die Bestrahlung vorbei ist. Also sollte es ja nicht mehr all zu lange dauern. Und dann gönne ich mir erst mal was richtig geiles zu Essen. Nur weiß ich gerade noch nicht, worauf ich mehr Hunger habe… ein tolles saftiges Steak, selbstgemachte Burger oder einfach paar mega geniale Pfannkuchen. So viel Auswahl xD

now.. please sit down and let your Hands right beside you. Sehr geehrte Damen und Herren, wir machen nun eine Zeitreise. (ich sollte Ansager machen bei Jahrmärkten. Ich denke das könnte ich gut. Muss man ja nur blöd quatschen können oder?)
Ich schreibe diesen Blogbeitrag gerade im April 2020. Die Sonne scheint warm und um mich herum ist nur Vogelzwitschern zu hören. Es ist herrlich.
Ich wohne mittlerweile in einem kleinen Dorf in der Rhön. Und in Zeiten von Corona, wo man nur das Haus verlassen soll, wenn es wirklich wichtig ist, finde ich auch gerade mal wieder Zeit und Lust mich kreativ zu verwirklichen.
Ich habe ja schon ein paar Blogbeiträge zuvor meine Meinung kund getan, dass ich die Ausgangsbeschränkungen nicht schlecht finde.
Wie ich so meine Zeit verbringe? Naja normalerweise müsste ich arbeiten, da die Großindustrie ja nicht geschlossen wurde. Aber ich bin mal wieder seit Anfang Februar krank geschrieben. Es war klassische psychische Überbelastung. Und es wurde wenig drauf Rücksicht genommen. Und dann hatte ich ein bis zwei Nervenzusammenbrüche. Daraufhin lies ich mich krankschreiben. Ich konnte nicht mehr wirklich schlafen und gegessen habe ich auch mehr schlecht als Recht, weil mich dieser Druck einfach fertig gemacht hat. Ich will nicht mal mit dem Finger auf bestimmte Leute zeigen und behaupten sie hätten schuld daran. Es sind viele Kriterien die dazu gehören. Und keiner kann wirklich wissen, was in mir vorgeht. Oder was eine Krebserkrankung nach sich zieht, wenn man das selbst nie durchgemacht hat. Daher kann man Leuten, die (Gott sei Dank) gesund sind, nicht mal einen Vorwurf machen. Aber trotzdem sollte man ein gewisses Grad an Akzeptanz vorweisen und nicht einfach Urteilen. Aber das ist nur meine Meinung. Ich kann nur alles dafür tun, dass ich mit den Menschen um mich herum nicht umspringe und mehr Verständnis zeige. Denn ich habe gelernt, wie es ist vorschnell beurteilt zu werden. Was es heißt, wenn Menschen dinge sagen und machen, weil sie es einfach nicht besser wissen.
In der Bibel unter Lukas 23:34 heißt es schon, dass Jesus sprach: „Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht was sie tun!“
Ja ich weiß… jetzt zitiert die nicht Gläubige auch noch einen Bibelvers. Grotesker wird es nicht… hoffe ich mal.
Ich glaube aber tatsächlich, dass ich mir diesen einen kleinen Vers als mein persönliches Mantra immer wieder zur Gemüte führen sollte. Nehmen wir mal an, dass es Gott wirklich gibt. Rein theoretisch natürlich. Und wenn er den Menschen alles verzeihen kann… dann kann ich auch verzeihen, dass manche es einfach nicht besser wissen, weil sie nicht das gleiche durchgemacht haben wie ich.

Aber zurück zum ursprünglichen. Meine Zeit verbringe ich aktuell damit, dass ich mal den altmodischen Weg gehe um mich bei meiner Verwandtschaft zu melden. Ich schreibe Briefe. Die ersten 6 Stück sind schon fertig. 3 auch schon abgeschickt. Aber dadurch dass nun auch Ostern ist, und wir Feiertage haben, werde ich die nächsten wohl erst nächste Woche weg schicken können. Des weiteren reizt es mich seit langem mal wirklich so kreatives Handlettering machen zu können. Ich würde sowas dann ganz gerne können, wenn es z.B. um Einladungen zur Hochzeit irgendwann geht. Ja ich mit meinen 25 Jahren denke tatsächlich schon darüber nach. Aber auch aus mehreren Gründen.
Einer ist ganz klar mein Partner. Er treibt mich nun seit einem Jahr und 7 Monaten in den Wahnsinn. Viele werden nun vermutlich sagen, dass es viel zu früh ist. Wiederrum anderen (Grüße an meine Mama) kann es gar nicht schnell genug gehen 😉
Aber wir planen eben auch uns eine Wohnung auszubauen / umzubauen. Und da muss dann eben auch das Finanzielle geklärt sein.
Bisher ist dahingehend noch nichts geplant, weil wir uns die Zeit lassen, wie wir es für richtig halten, aber man redet natürlich darüber. Bleibt ja auch nichts anderes übrig, wenn man sich gemeinsam eine Zukunft und ein Leben aufbauen möchte.
Er war außerdem der Grund, warum ich es tatsächlich geschafft habe aus meinem alten Wohnort zu verschwinden. Nach allem was da so war, fühlte es sich dort schon nicht mehr wirklich wie ein Zuhause an. Und in der Rhön habe ich mich wohl gefühlt. Es ist idyllisch und ruhig. Und gerade jetzt, wo ja eh fast ganz Deutschland still steht, könnte man hier meinen, als hätte das Leben wirklich eine Pause-Taste, die man hin und wieder mal drücken kann. Im Frühling nun draußen sitzen zu können mit dem Garten hinten dran. Man könnte fast meinen ich wäre im Urlaub anstatt nur Zuhause.

Auf jeden Fall mag ich so Schriftzüge – und wenn ich bisher immer irgendwie was so handschriftlich versucht habe, etwas zu verzieren… dann sah es eher wie hin gekotzt aus. Meine beste Note in Schönschrift, damals in der Grundschule, war auch nur eine 3.

So jetzt habe ich einfach mal so geradewegs geschrieben, was mir gerade in den Sinn kam. Aber euch auch von meiner Bestrahlung erzählt. Aber was könnte ich als heutiges Motto nehmen. Ich hab gleich mehrere zur Auswahl.

Heutiges Motto:
Tu das was dir gut tut und nicht das, was andere erwarten!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s