Allgemein · Bestrahlung

Ina gegen Karl – Bestrahlung 7/15

Liebes Tagebuch, wir schreiben heute Freitag, den 10.11.2017.
Ich bin aufgestanden… mehr oder weniger freiwillig.
Wenn ich nicht aufstehe, dann weckt mich entweder Nervbacke, der zur Zeit bei mir „wohnt“ oder aber meine neue Lieblings-Taxi-Dame.

Warum Nervbacke bei mir ist?
Er ist ebenfalls krankgeschrieben oder hat Urlaub. Eins von beiden auf jeden Fall.
Und in seiner freien Zeit muss er für seine bevorstehende Abschlussprüfung lernen.
Er sitzt also den ganzen Tag dumm rum und ich auch. Also beschlossen wir einfach, dass zu zweit dumm rumsitzen viel cooler sein könnte.
Aber er lernte auch wirklich in der Zeit. Man hat so den richtigen Draht zwischen Netflix und Lernen gefunden in dem Zeitraum.

Auf jeden Fall musste ich wieder in meine Klinik. Bestrahlung 07 von 15 kann gestartet werden.

Dippel-dippel-dap, die Treppe hinab, durch zwei Glastüren zu meiner rechten, schon erreichte ich den Wartebereich, der mich noch weitere 8 Tage begrüßen sollte. Kurz eingestochen mit meiner Stechkarte (benötige ich für die Taxifahrten, sodass meine Fahrerin bezahlt wurde und meine Krankenkasse das auch bezahlen würde) und dann warten.
Gott sei dank war das hier unten nicht so wie bei mir auf der Station. Da hab ich immer ewig warten dürfen, doch hier ging es schnell. Und es dauerte nicht lange, bis ich aufgerufen wurde.
In dem kleinen Kämmerchen, in dem ich mich ausgezogen hatte, hing ein Spiegel. Wozu man hier ein Spiegel benötigte, war mir auch ein Rätsel.
Ich sah mich. Dünn, ausdrucksloser oder müder Blick (Um die Uhrzeiten war es mir seltenst möglich, das auseinander zu halten). Im Großen und Ganzen von der Körpergröße her richtig mit meinen 1,67 m. Aber sogar ich musste mir bei diesem Anblick langsam eingestehen, dass ich zwar nicht unbedingt ein großes Problem damit hatte, ich aber doch sehr dünn war. Man sah keinen Gramm Fett mehr und die Knochen waren zudem sehr sichtbar. Aber mein flacher Bauch gefiel mir. Ich wusste damals und ich weiß heute (15.06.2019), dass das alles andere als gesund war, aber es machte mir keine großen Sorgen.

Ich zog also wieder mein T-Shirt und meinen BH aus und sah meine Zeichnung auf dem Brustkorb, welche den Umriss des Bestrahlungsfeldes anzeigte.
Wie immer, war es aber doch bisschen frisch in der Klinik (im Winter kann das schon mal vorkommen).
Kurz danach wurde ich aufgerufen und durfte mich wieder auf den Tisch legen.
Ich wurde ausgerichtet und dann ging es auch schon los. Kurze Zeit später war ich dann auch wieder fertig, zog mich an und durfte mich von meiner Lieblings-Taxi-Dame heimfahren lassen.

Zuhause war Nervbacke dann meistens auch schon wach und saß über seinen Unterlagen.
Ich frage mich bis heute, wie die Menschen das schaffen, um so frühe Uhrzeiten motivieret zu sein.
Ich weiß nicht mal wie Motivation geschrieben wird, bevor es nicht mindestens mal 9 oder 10 Uhr ist.

Essen und Trinken war nach wie vor nicht wirklich möglich, aber ich versuchte es und versuchte es und versuchte es weiter. Schließlich brauchte ich ja zumindest einen Hauch von Nährstoffen.
Aber nun freute ich mich erst einmal auf das Wochenende, da ich zu diesem Zeitpunkt daheim bleiben konnte und nicht in die Klinik musste.

Heutiges Motto:
Geteiltes Leid ist halbes Leid!

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Ein Kommentar zu „Ina gegen Karl – Bestrahlung 7/15

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